Das Weizer Berglamm

Fleischliebhaber wissen, wie herrlich sich Lammfleisch zum Grillen eignet. Qualitätsbewusste Grillfans sollten allerdings unbedingt auf heimisches Fleisch von Tieren aus artgerechter Haltung achten. Wie zum Beispiel das des Weizer Berglamms aus der Oststeiermark.

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In der ebenso intakten wie idyllischen Umwelt des Weizer Berglandes fressen die Schafe in kleinen Herden auf hochgelegenen Weiden würzige Gräser und Kräuter sowie im Winter deren Heu in luftigen Ställen.
Die Schafhaltung auf solchen Almen, die für die Rinderhaltung weniger geeignet wären,hat in der Steiermark eine lange Tradition und gewinnt heute durch das steigende Interesse an Lammfleisch und Schafmilchprodukten zunehmend an Bedeutung. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass Schafe auch ökologisch in dieser Region eine wichtige Rolle spielen, da deren extensive Weidehaltung zur Stabilisierung der Vegetationsdecke und zur Verbesserung des Wasserspeichervermögens des Bodens beiträgt.

Die Populationsdichte des Weizer Berglamms ist schon durch das zur Verfügung stehende Grünland limitiert. Im Schnitt werden nur etwa 20 Mutterschafe pro Mitgliedsbetrieb gehalten, der wiederum durchschnittlich rund 4,5 ha landwirtschaftliche Nutzfläche besitzt. Die Lämmer sind gemeinsam mit dem Muttertier von April bis Oktober auf der Weide, in der Regel in Koppelhaltung mit Unterstand. Im Winter ist der Laufstall mit Stroheinstreu das Zuhause der Tiere, mit gelegentlichemAuslauf, wenn die Witterung es zulässt.
Das Weizer Berglamm ist heute zumeist das Ergebnis einer Kreuzung weiblicher Tiere der Rassen Tiroler Bergschaf, Merinolandschaf und Juraschaf mit männlichen Tieren der Fleischrasse Texel. Es ist gut angepasst an die Wetterbedingungen des Weizer Berglandes, robust und trittsicher im alpinen Gelände.

Kraftnahrung. Weizer Berglämmer werden nahezu während ihres gesamten Lebens vom Mutterschaf gesäugt, dessen ganze Milch dieser Aufgabe gewidmet ist. Ab der vierten Lebenswoche können sie in einem Lämmerschlupf, getrennt von der Herde, jederzeit eiweißreiches Futter, Getreidemischungen, Kraftfutter und das nährstoffreiche Grummet (der zweite und dritte Heuschnitt) aufnehmen. Lämmer, die von der Mutter nicht angenommen werden oder deren Mutter krank ist, werden mit der Flasche aufgezogen. Salzlecksteine und Mineralstoffmischungen versorgen die Tiere mit den notwendigen anorganischen Substanzen. Die vorbeugende Gabe von Antibiotika in der Fütterung ist strengstens untersagt.

Kurze Wege. Was von manchen an herkömmlichem Bio-Fleisch kritisiert wird – die nach der artgerechten Tierhaltung dennoch langen Transportwege in den Schlachthof  sowie herkömmliche Massenschlachtungen– trifft auf das Weizer Berglamm nicht zu.
Im Gegenteil: Die Weizer Schafbauern liefern die Tiere selbst zum  EU -Qualitätsschlachthof Weiz, an dem die Genossenschaft auch Anteile hält. Durch die kurzen Transportwege und den Ruhestall am Schlachthof wird Stress so weit wie möglich vermieden. Eine Tatsache, die sich auch positiv auf die Fleischqualität, den Reifungsverlauf und die Haltbarkeit auswirkt.

Gaumenschmaus. Weizer Berglämmer werden bereits im Alter von 3 bis 5 Monaten geschlachtet – also noch vor der Geschlechtsreife, was der Textur und dem Aroma zugutekommt. Das Fleisch ist sehr zart, feinfasrig, im Geschmack mild, aber zugleich würzig. Das Fett hat einen niedrigen Schmelzpunkt, schmeckt delikat und überhaupt nicht talgig. Denken Sie also künftig beim Planen der nächsten Grillage daran, erstklassiges Lammfleisch einzukaufen. Denn erstens ist hochqualitatives Fleisch im Allgemeinen mehr als die sprichwörtliche halbe Miete beim Grillen. Und zweitens wird Lammfleisch im Speziellen neben Schweinskotelett, Würsteln und Co. eine köstliche Bereicherung Ihres Grill-Menüs darstellen.

DIE REGION
Die zum mittelsteirischen Karst zählende Genussregion „Weizer Berglamm“ umfasst das Weizer Bergland in der Oststeiermark. Es erstreckt sich vom Raabtal im Westen bis in den Raum Feistritz-Anger im Osten und wird im Norden durch das Becken von Passail
sowie die Fischbacher Alpen und im Süden durch das Tertiär des Oststeirischen Beckens begrenzt. Die Region um Weiz ist geprägt durch illyrisches Klima mit einer mittleren Jahrestemperatur von 8,2°C und einem Niederschlagsmittel von 880 mm. Die Sommer sind meist heiß und trocken mit sehr hoher Bereitschaft zu Unwettern, die Winter sind regnerisch, schneearm und mild.
Zahlreiche Alm- und Weideflächen mit gebirgigem Charakter auf einer Seehöhe von 400 bis 1.270 m bieten eine Bergflora, die durch eine Vielfalt an alpinen Pflanzen gekennzeichnet ist. Das Fleisch des Weizer Berglamms besitzt daher ein feinwürziges Aroma, das direkt mit diesem lokalen Wildpflanzenwuchs zusammenhängt.