Der mit dem Ferkel grillt

Wer weder Geduld noch Platz hat, sein Spanferkel selbst zu grillen, kann auch grillen lassen ...

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Eigentlich ist er ja Student an der TU und hat den Bauingenieur fast schon in der Tasche. Aber wenn der 28-jährige Niederösterreicher Johannes Nolz an seine berufliche Zukunft denkt, fällt ihm auch immer öfter Schweinernes ein. Denn jetzt schon grillt er rund 40 gesurte Spanferkel im Jahr für seine wachsende Klientel in Wien und Niederösterreich auf seinem selbst konstruierten Edelstahl-Grill. Vorwiegend zu Hause im heimatlichen Oberwölbling, von wo die heiße Fracht dann im Thermobehälter bis zur jeweiligen Festivität rollt, aber natürlich kann man den Grillprofi auch mitsamt seinem Gerät fürs Partyzelt buchen, in jedem Fall sind für 50 Portionen etwa 600 Euro plus Kilometergeld zu kalkulieren. Dafür gibt es dann neben der Semmelfülle auch frischen Kraut- und Erdäpfelsalat dazu sowie sämtliches Geschirr leihweise.
Bis zu zwei 40-Kilogramm-Läufer kann Johannes auf seinem patenten Gerät gleichzeitig brutzeln – ausschließlich mit Buchenholz übrigens und immer mit praller Fülle, damit das Ferkel auch gut seine Form behält. Das gibt bis zu 160 Portionen nach einer sechs- bis siebenstündigen Grillsession, bei der rund ein Viertel-Festmeter Buchenholz verglüht, bis der Braten perfekt ist. Die Ferkel dafür bezieht er übrigens ausschließlich aus dem Tullnerfeld, surt sie mit Nitritpökelsalz und würzt mit einer ganz speziellen, eigenen Gewürzmischung, füllt sie mit Semmelfülle und näht sie für den Spieß wieder zu. Oder aber er grillt wie Obelix ein delikates Wildschweinferkel, das ebenfalls ausgesprochen empfehlenswert ist, wie wir uns überzeugen konnten. Dieses wird allerdings der Borsten wegen vorher entschwartet und dann noch mit Schmalz begossen, damit das zarte Fleisch am Feuer nicht austrocknet.

Zu erreichen ist Johannes Nolz unter 0664/6445884 oder per Mail unter nolz_johannes@gmx.at. Aber unbedingt mindestens 10 Tage vorher bestellen, denn in der Saison wird der Grill selten kalt.

SPIESSER-TIPPS

Für alle jene, die sich einen richtigen Spanferkelgrill zulegen wollen, noch ein paar Tipps fürs Shopping: Achten Sie auf belastbare Materialien (z.B. Edelstahl) und ausreichende Dimensionierungen des Spießes, der Halterungen und Wandstärken der Bleche. Eine seitliche Befeuerung ist jener in einer Wanne unter dem Spieß unbedingt vorzuziehen, die nur als Fettabtropfschale dienen sollte. Der Abstand des Spießes zum Feuerkorb muss auch im Betrieb einfach verstellbar sein. Der Motor sollte belastbar sein und spielend 3-4 Umdrehungen des Spießes pro Minute schaffen. Optimal ist es, wenn diese Geschwindigkeit in Stufen einstellbar ist. Eine Abdeckung ermöglicht den Einsatz des Spießes auch bei Schlechtwetter und ungünstigen Windverhältnissen.