Die Grill-Feuerwehr

Wenn nicht nur die Kohle brennt, sondern der ganze Grill, ist etwas dumm gelaufen. Denn es sind immer vermeidbare Fehler, die zu diesem Problem führen.

0
2394

An erster Stelle der Fehler, die es bis in die Nachrichten schaffen, steht der Einsatz von Brandbeschleunigern durch ungeduldige Grillmeister. Speziell wenn solche hochbrennbaren Flüssigkeiten in die offene Flamme oder Glut gesprüht werden, ergeben sich oft meterhohe Infernos, die ihre nächste Umgebung gehörig in Mitleidenschaft ziehen.
Die zweithäufigste Gattung des Feuerunfalls beim Grillen ist der sogenannte Fettbrand. Diese Fettbrände können bei jeder Art von Grill auftreten, sind aber am ehesten bei Gasgrillgeräten zu beobachten – und natürlich in der Küche. Denn Fettbrände entstehen beim Überhitzen von Speisefetten, aber auch von deren Rückständen. Und so sind nicht nur volle Fettwannen, sondern auch dicke Rußschichten im Inneren des Grills ein Risiko, denn auch der Ruß besteht zu einem hohen Prozentsatz aus Fett. Fatal dabei ist auch, dass sich Fette und Öle in hoch erhitztem Zustand jederzeit selbst entzünden können, was insofern einzigartig ist, weil jede andere brennbare Flüssigkeit dazu eine Zündquelle braucht.
Und noch etwas ist bei Fettbränden überaus perfide: Sie sind nicht mit Wasser löschbar. Im Gegenteil, Wasser führt zu einer Fettexplosion und macht somit alles nur noch schlimmer und gefährlicher. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Erhitztes Fett oder Öl hat bei seiner Entzündung bereits eine Temperatur von mehreren Hundert Grad, da Wasser bei hundert Grad verdampft, wird das brennende Fett mit dem Wasserdampf aus dem jeweiligen Behälter in die Luft gerissen und kommt dort mit dem Sauerstoff in Berührung. Die winzig kleinen Fetttröpfchen zünden blitzartig und reißen die gesamte Umgebung mit.

Brandbekämpfung. Theoretisch funktioniert die Fettbrandlöschung auch mit einer größeren Menge an Natriumkarbonat, also Backpulver respektive Natron. Am sichersten dran ist man jedoch mit einem deklarierten Fettbrandlöscher auf Basis hochkonzentrierter Salzlösungen, da durch Verseifung die brennende Flüssigkeit gelöscht und eine Art Sperrschicht über dem Öl oder Fett gebildet wird. Dadurch wird die Zufuhr von Sauerstoff unterbunden und die Hitze unter die Selbstzündungstemperatur heruntergekühlt, was ein erneutes Aufflammen des Brandes unterbindet.
Solche Feuerlöscher entsprechen der Brandklasse F und eignen sich auch für Fettbrände in Frittier- und Fettbackgeräten sowie anderen Kücheneinrichtungen und -geräten. Prinzipiell gehören Fette der Brandklasse B an, jedoch werden Fettbrände wegen ihrer besonderen Gefahren und Eigenheiten einer eigenen Brandklasse zugeordnet.
Leider weniger geeignet sind neben Wasser auch normale Pulver- und CO2-Löschgeräte, da diese nur kurzfristig wirken und sich das Fett nach kurzer Zeit wiederum selbst entzünden kann. Auch Schaumlöscher kann man vergessen, da diese einen viel zu hohen Wasseranteil haben. Löschdecken sind in den meisten Fällen ebenfalls nicht wirklich geeignet, da sie laut einschlägigen Tests aufgrund der hohen Hitze vielfach durchbrennen können und so das Feuer wiederum aufflammen kann.
Beispiele guter Fettbrandlöscher sind etwa der „Bavaria Kitchen Guard“ (Brandklassen A, B und F), der „Gloria Fettbrandlöscher“ (Brandklassen A, B und F) und der „Jockel Fettbrandlöscher“ (Brandklassen A, B und F).

Vorbeugen ist besser als löschen
Das wichtigste Kriterium zur Vermeidung von Fettbrand ist eine saubere Fettwanne, aber auch der Innenraum eines Gasgrills sollte dann und wann mit einer Kunststoffspachtel ausgeschabt werden. Zumindest im Bereich unterhalb der Brenner, denn darüber hilft auch die kontrollierte Pyrolyse – also die regelmäßige Verbrennung der Rückstände durch eine Vollgasphase nach jeder Grillsession. Bei entleerter Fettwanne versteht sich.