Grillers Topfgarten

Frische Kräuter und Würzpflanzen sind ein Segen. Am besten aus dem eigenen Garten, natürlich ganz nah am Grillplatz, in jeder Menge sowie jederzeit zur Hand.

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Das geht – nicht nur am Land und in den mit Gärten durchwobenen Speckgürteln der großen Städte, sondern auch mitten im urbanen Raum. Denn Platz für einen Topfgarten ist auf dem kleinsten Balkon und selbst in einer Blumenkiste vor dem Fenster lassen sich viele Küchenkräuter ziehen.

Entweder vom Saatgut weg, was allerdings die gärtnerische Mühe der Ansaat, des Pikierens und der Vereinzelung sowie ein paar Wochen Geduld bedeutet, oder aber mit fertig vorgezogenen Kräutertöpfen. Diese werden vom Handel inzwischen in immer größerer Auswahl und oft auch in Bio-Qualität um relativ wenig Geld angeboten. Gering ist auch der Pfl egeaufwand für diese Pfl anzen, der sich großteils auf den richtigen (weil zumindest halbsonnigen) Standort und das Gießen beschränkt.
Will man die Töpfe jedoch nicht zeitnah radikal abernten, sondern zu üppigen Aromenspendern aufpäppeln, die uns oft eine ganze Saison lang mit ihren ätherischen Aromen bereichern, lohnt es sich, die Pfl anzen mit guter Pfl anzerde in etwas größere Gefäße umzutopfen. Da geben auch dünnstengelige Glashauskräuter oft richtig Gas.
Aber nicht jede Pflanze ist für die Topfkultur auf Dauer geeignet und nicht jedes Kraut wirklich ein Muss für die Grillküche. Die wichtigsten und erfolgversprechendsten Kandidaten für Ihren Topfgarten stellen wir Ihnen hier an alphabetischer Reihenfolge vor:

Basilikum. Dieser kongeniale Partner der Tomate ist nicht nur dekorativ, sondern auch gut für kalte Saucen und Salate geeignet. Nicht aber für allzu große Hitze, die ihm seine Aromen raubt. Wegen seiner empfi ndlichen Blätter sollte man Basilikum unbedingt immer frisch geerntet verarbeiten. Blütenknospen sollte man sofort abknipsen, dann wächst die Pflanze aus den Blattachseln weiter und wird viel buschiger.

Chili. Ein kleiner Chili-Strauch in Griffnähe ist der ideale Lieferant für stets knackig frische, scharfe Schoten. An der Pfl anze halten die Chilis nämlich um ein Vielfaches länger als im Kühlschrank und auch die Aromen sind wesentlich fruchtiger und intensiver. Lassen Sie die Chili dann und wann ein wenig dursten, wird sie noch schärfer. Aber bitte nie ganz austrocknen lassen, sonst wirft sie Blätter und Früchte ab.

Dille. Die einjährige Dille ist ein Klassiker zu Fisch und zu Gemüse, passt aber auch ausgezeichnet zu vielen Fleischgerichten und Saucen. Da sie ein sogenannter Tiefwurzler ist, muss der Topf oder Kübel, in den Sie das Kraut pfl anzen, entsprechend hoch sein. Und er sollte womöglich vollsonnig stehen. An besonders warmen Tagen kann das Kraut recht durstig sein und benötigt entsprechend mehr Wasser. Achten Sie aber darauf, dass es nicht zur Staunässe kommt.

Estragon. Das elegant pikante, ein wenig nach Anis duftende, mehrjährige Kraut passt nicht nur gut in Senfsaucen, sondern ist auch – gemeinsam mit etwas Knoblauch – die ideale Basis für Kräuterbutter. Wählen Sie beim Kauf eher den französischen Estragon, nicht den russischen. Letzterer ist zwar um einiges robuster, aber lange nicht so fein im Geschmack.

Kerbel. Der echte Kerbel ist – fein gehackt – ein wichtiger Bestandteil einer Kräuterbutter, passt aber auch sonst sehr gut zu Gemüse, Saucen und Salaten. Sein feinätherisches, leicht pfeffriges Aroma ist aber nicht sehr hitzebeständig. Und auch zum Trocknen eignet sich dieses Würzkraut nicht.

Koriander. Dieses optisch der Petersilie recht ähnliche Kraut polarisiert. Entweder man liebt es, oder man hasst es – denn sein Geschmack, der speziell in der asiatischen und nordafrikanischen Küche hochgeschätzt wird, ist sehr speziell und sehr intensiv. Wer es aber (wie wir) in rauen Mengen verwendet, kommt gar nicht am eigenen Anbau vorbei. Und wenn Sie Ihren Koriander öfter streicheln, wächst er stärker und kompakter. Ohne Spaß. Denn im gewerblichen Anbau werden tatsächlich solche Reize gesetzt, um ein buschiges Wachstum zu stimulieren.

Lavendel. Der intensiv duftende Lavendel ist nicht nur äußerst dekorativ am Teller, sondern auch ein tolles Gewürz. Während die Blüten Desserts elegant aromatisieren, können junge Blätter und Stengel ähnlich wie Rosmarin verwendet werden. Je sonniger und wärmer sein Standort, desto intensiver werden auch Duft und Geschmack des Lavendels. Versuchen Sie echten Lavendel zu bekommen, dieser hat bessere Aromen als die häufigen Hybriden.

Lorbeer. Lorbeer empfiehlt sich schon allein wegen seines attraktiven Äußeren für eine Aufnahme in den Topfgarten, ist aber auch ein wichtiger Bestandteil von vielen Saucen und Marinaden. Da der Lorbeer empfindlich auf Staunässe reagiert, sollten Sie vor der Umpflanzung am Boden des Pflanzgefäßes eine 5 – 10 cm dicke Leca- oder Kiesschicht einbringen. Bei gutem Winterschutz (frostfrei, aber nicht zu warm) kann Lorbeer alt und stattlich werden.

Oregano. Oregano, auch als wilder Majoran oder Dost bezeichnet, gibt es in sehr unterschiedlichen Typizitäten. Der empfehlenswerte griechische oder sizilianische Oregano würzt gänzlich anders und viel intensiver als Dost. Besonders dann, wenn er an seinem Standort viel Sonne erhält. Ansonsten ist dieses mehrjährige, schmackhafte Kraut sehr anspruchslos.

Petersilie. Gerade weil wir von diesem Kraut so viel verwenden, ist es nicht unbedingt ein Muss für den Topfgarten. Denn zum einen ist frische Petersilie überall erhältlich und zum anderen so ein Topf allzu schnell abgeerntet. Auch braucht Petersilie große Gefäße, um wirklich gut zu gedeihen. Haben Sie aber Platz dafür, dann sollten Sie sowohl die aromatische glattblättrige wie auch die dekorative krause Petersilie ziehen.

Rosmarin. Das intensive, harzige Aroma des immergrünen Rosmarins macht diese Pflanze vielleicht sogar zur wichtigsten unter unseren Grill-Kräutern. Es passt wunderbar zu Lamm, Geflügel, Schweinefleisch, Zucchini und Erdäpfeln, seine ätherischen Öle sind in den weichen Nadeln der Pflanze sogar relativ robust vor der Hitze am Rost geschützt.

Salbei. Der mehrjährige Salbei ist frisch deutlich aromatischer als getrocknet und passt hervorragend zu Geflügel, Leber und Kalbfleisch. Außerdem ist er in ungemein dekorativen Varianten zu haben, die an einem sonnigen Standort völlig pfl egefrei gedeihen und teilweise sogar winterhart sind. Salbei ist das richtige für Topfgärtner ohne grünen Daumen, denn er mag eigentlich gar nicht gedüngt werden und verträgt auch längere Gießpausen recht gut.

Schnittlauch. Auch Schnittlauch ist in unseren Breiten überall im Handel zu haben, aber da er nur erntefrisch wirklich gut schmeckt, ist er trotzdem ein Kandidat für unseren Topfgarten. Er gedeiht am besten im Halbschatten, wenn sein Erdreich regelmäßig feucht gehalten wird. Wird Schnittlauch zurückgeschnitten, sollte er gedüngt werden, sonst treibt er nicht wieder aus. Die Blüten der Pflanze sollten regelmäßig abgeknipst werden – sie eignen sich sehr gut als essbare Dekoration am Teller.

Thymian. Unterschiedliche Wuchsformen, Blattfarben, Blattformen, Düfte und Aromen kennzeichnen diese vielfältige und hocharomatische mediterrane Würzpflanze, die in der Grillküche nicht fehlen darf. Thymian ist wie kaum ein anderes Kraut ideal für Pflanzgefäße geeignet – auch für kleinere Töpfe. Besonders für etwas kälteempfindliche Sorten wie den Orangen-Thymian sind Töpfe oder Kübel sogar die beste Kulturform, wenn sie genug Sonne abbekommen. Im Winter geht’s dann in die Garage oder in ein kaltes Gewächshaus. Und sogar im Freien treibt Thymian im Frühjahr nach einem kräftigen Rückschnitt wieder durch.

Zitronenverbene.
Die Zitronenverbene ist eigentlich ein Strauch, der bis zu 6 Meter hoch wird, kann aber auch sehr gut im Topf gezogen werden. Verwendet werden die Blätter, die feine, frisch nach Zitrone duftende ätherische Öle enthalten, für Salate, Schweinefleisch- und Pilzgerichte, aber auch zum Würzen von Süßspeisen wie Obstsalat, Pudding und zur Zubereitung von Speiseeis. Die Blätter können aber auch ähnlich wie Spinat gekocht werden. Häufiges Einkürzen der Triebe fördert einen kompakten und buschigen Wuchs. Der Boden sollte durchlässig, nährstoffreich und humos sein.