Gruß aus Zypern

Mit den Temperaturen steigt auch der Appetit der Österreicher auf mediterrane Urlaubsgefühle am Grill. Damit hat auch der zypriotische Nationalkäse „Halloumi“ Hochsaison, der am heißen Rost bekanntlich besondere Standfestigkeit beweist und als Bestandteil sommerlich-leichter Gerichte immer beliebter wird.

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Was für Österreicher das Schnitzel ist und für Italiener die Spaghetti sind, ist Halloumi für die Zyprioten. Nach jahrhundertealter überlieferter Rezeptur hergestellt, spielt dieser halbweiche Käse aber nicht nur auf der mediterranen Insel eine wichtige Rolle, sondern avancierte in den vergangenen Jahren zu einem wahren Exportschlager.

Seine große Beliebtheit verdankt der Halloumi unter anderem den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, denn er lässt sich auf unterschiedlichste Art und Weise zubereiten: ob frisch, gebraten, gebacken, gekocht oder gegrillt – der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Während man in Zypern die Spezialität gerade im Sommer bevorzugt roh in Salaten, Sandwiches oder ganz traditionell mit Wassermelone und Feigen konsumiert, wird er in unseren Breiten besonders gerne als Grillgut verwendet. Und dabei stellt er nicht nur eine vegetarische Alternative bzw. Ergänzung zu Würstel, Kotelett und Co. dar, sondern unterstützt zudem auch die Bikini-Figur, denn durch das Grillen verliert der Käse an Fett. Dank seiner speziellen Konsistenz eignet er sich aber auch bestens als formstabile Füllung von Strudel, Ravioli, Gemüse und Huhn. All jenen Halloumi-Fans, die authentisch-zypriotische Gerichte ausprobieren oder ihren Gästen auf einer Grillparty kredenzen möchten, legen wir die beiden ebenso einfachen wie leckeren Rezepte im Anschluss ans Herz.

Standhaft. Neben seiner Vielfältigkeit punktet Halloumi aber auch mit einer ganz besonderen Eigenschaft: Er hält selbst großer Hitze am Rost relativ lange stand, ohne zu schmelzen. Der Grund dafür liegt in der Herstellung des Zypern-Käses. Dieser besteht aus Schaf- und Ziegenmilch (manchmal auch Kuhmilch) sowie Lab, Salz und Wasser, die Masse wird bei der Herstellung auf relativ hohe Temperaturen erhitzt. Diesem Erhitzungsgrad verdankt der Halloumi schließlich seine halbfeste Konsistenz und seine Eigenschaften am Rost.
Charakteristisch sind übrigens auch die gefaltete Form mit halbkreisförmigem Umriss sowie die Einschüsse von frischen Minzblättern, deren antibakterielle ätherische Öle seit jeher maßgeblich zur Konservierung beitragen. Ohne den Zusatz von künstlichen Stoffen ist der Käse nämlich im Kühlschrank mindestens drei Monate haltbar, im Gefrierfach sogar über ein Jahr lang. Wer also demnächst einen Zypern-Urlaub plant, kann Halloumi getrost als Mitbringsel für Daheimgebliebene oder zur Bevorratung für den Rest des Sommers einpacken. Und auch eine längere Reifezeit, durch die er übrigens einen noch würzigeren Geschmack entfaltet, bekommt dem Käse sehr gut. Reifer Halloumi wird beispielsweise in Zypern – ähnlich wie italienischer Parmesan – über verschiedenste Nudel-Gerichte gerieben.