Heimvorteil

In Niederösterreich geboren, in Niederösterreich aufgewachsen, in Niederösterreich geschlachtet. Der gesamte Produktionszyklus der Premiummarke „donauland Lamm“ ist Fleisch gewordener Lokalpatriotismus: eine genau definierte Topqualität, kurze und somit stressfreie Transportwege und vor allem garantierte Regionalität.

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Während die Schafhaltung – so wie die Viehhaltung an sich – bundesweit leicht rückläufig ist, wächst sie in Niederösterreich, das inzwischen jenes Bundesland mit der größten Lammfleischproduktion Österreichs ist. Rund 200 Bauern produzieren heute alleine Junglämmer für die Marke „donauland Lamm“. Im internationalen Vergleich ist die heimische Landwirtschaft natürlich deutlich kleiner strukturiert als die großen Produktionsländer, entsprechend naturnah und nachhaltig ist die Bewirtschaftung der Höfe. Das hält den CO2-Fußabdruck ebenso zierlich klein wie die gute Transportbilanz des Fleisches. Die Transportwege für das Lebendvieh sind für das gesamte Einzugsgebiet sehr kurz, ebenso jene des zerlegten Fleisches, das hauptsächlich zu Abnehmern in Niederösterreich rollt.

Die Kriterien. Schon aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen erfüllen die niederösterreichischen Schafbauern einen der höchsten Tierhaltungsstandards weltweit, die lupenreine regionale Herkunft der Tiere wird mit dem Viehverkehrsschein (ovis) der AMA sichergestellt. Dazu kommen laufende Kontrollen der Schlacht- und Zerlegebetriebe sowie rigorose Hygienevorschriften.
Unabhängig von der Rasse müssen die Lämmer aber zusätzlich zur zweifelsfreien niederösterreichischen Herkunft auch noch weitere Qualitätsvorgaben des Markenprogrammes erfüllen. So ist ein Maximalalter von sechs Monaten Pflicht und das Schlachtgewicht darf nur zwischen 18 und 24 Kilogramm liegen. Das garantiert eine zarte, gleichmäßige Fleischqualität mit einem ausgesprochen dezenten Lammaroma. Die Farbe des Fleisches ist deutlich heller als jenes der üblichen Importlämmer, das Fett fest und weiß statt gelb und weich. Eine Mindestreifung von vier Tagen ist zwar obligat, mehr braucht es aber aufgrund der außergewöhnlichen Zartheit dieses Junglammfleisches wirklich nicht.

Die Bauern
Franz und Andrea Schramel stammen beide aus Familien, welche die Landwirtschaft im Blut haben. Und seit das junge Ehepaar voll auf die Schafzucht setzt, rentiert sich die Bewirtschaftung des Hofes im niederösterreichischen Martinsberg auch wieder im Vollerwerb.
Wirtschaftlich im Vordergrund steht zwar die Milchproduktion, doch die französische Zweinutzungs-Rasse „Lacaune“, für die sich die Schramels entschieden haben, liefert auch erstklassiges Fleisch. Besonders dann, wenn die Tiere wie hier hochwertiges Kraftfutter bekommen, dazu noch das Heu und die Gerste von den eigenen Feldern. Dann ist das Junglamm schon mit vier oder fünf Monaten schlachtreif, das Fleisch aber noch besonders zart.
Ein weiterer Grund zur Entscheidung für diese Rasse war aber auch deren unkompliziertes Naturell. Robust, freundlich und ausgesprochen ruhig sind die wolligen Franzosen um einiges einfacher in großen Herden zu halten als so manche Fleischrasse.

Die gut 200 Milchschafe der Familie geben im Jahr etwa 85.000 Liter Milch, die mit einem Fettgehalt von 6 bis 10 Prozent ideale Voraussetzungen für die Käseproduktion liefert. Diese besorgen allerdings die Käsemacher als Verarbeiter, während Andrea Schramel lediglich für den Eigenbedarf etwas Frischkäse erzeugt. Und dazu kommen pro Jahr die 250 bis 300 Lämmer, die im Winter auf die Welt kommen. Die männlichen Tiere werden dann teilweise als Zuchtböcke verkauft, die weiblichen dienen oft zur Nachzucht. Rund die Hälfte aber wird zur Fleischproduktion gemästet.
Besonders stolz ist Franz Schramel aber auch auf die völlige Parasiten-Freiheit seiner Schafe, die allesamt in großen luftigen Laufställen untergebracht sind und daher von Kontaminationen weitgehend verschont bleiben. Dieser Erfolg, der es ihm ermöglicht, bei seinen Schafen auf jegliche einschlägige Behandlung zu verzichten, beruht auf ausgesuchtem Zuchtmaterial und konsequenter Qualitätskontrolle von Einstreu und Futter.

Fakten und Bezugsquellen. „donauland Lamm“ ist eine Marke der Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf, die ursprünglich für den Bedarf der niederösterreichischen Qualitätsgastronomie entwickelt wurde, inzwischen aber auch längst im Handel angekommen ist. Pro Jahr werden insgesamt etwa 5.000 Junglämmer unter dieser Marke vermarktet, für die mehr als 200 niederösterreichische Schafbauern diese Lämmer liefern. Erhältlich ist „donauland Lamm“ für die Gastronomie in C&C Märkten und bei Gastro-Lieferanten wie Fleischwaren Höllerschmid in Etsdorf, bei der Handelsgruppe Kastner, bei AGM und Eurogast Kiennast Gars am Kamp und auf Bestellung auch bei Wiesbauer Gourmet. Im Lebensmittelhandel bekommt man das niederösterreichische Junglammfleisch derzeit bei Spar (in ausgesuchten Märkten in Niederösterreich, Wien, Burgenland) sowie in den Filialen der Fleischerei Hofmann und in etlichen Nah&Frisch-Märkten.
Gourmettipp: Fragen Sie bei der Fleischerei Hofmann doch mal nach den hervorragenden Lammbratwürsten bzw. den weiteren verarbeiteten Produkten vom „donauland Lamm“!

DI Werner Habermann, GF Gut Streitdorf:

„Diese regionale Zusammenarbeit schafft Mehrwerte: mehr Frische, mehr Qualität und mehr Absatzchancen für unsere Bauern!“

 


Die Region
Im südwestlichen Teil des Waldviertels, in einer malerisch hügeligen Landschaft am Ostende des Weinsberger Waldes liegt die Gemeinde Martinsberg, wo die Lämmer der Familie Schramel aufwachsen. Fast die Hälfte des Gemeindegebietes ist bewaldet, doch bleibt genügend Raum für den Anbau von Futtergetreide und -gräsern, aber auch Mohn, Erdäpfeln und anderen Feldfrüchten. Trotz des vergleichsweise kühlen Klimas und der langen Winter ist das Waldviertel das größte Rapsanbaugebiet und das zweitgrößte Ackerbaugebiet Österreichs. Die Erträge pro Flächeneinheit können dabei sogar höher als im Weinviertel oder Alpenvorland sein, was vor allem der ausgezeichneten Bodenqualität zugeschrieben wird.