Modefarbe Aubergine

Als schmackhafte Urlaubs- Bekanntschaften konnten Melanzani schon längst die Herzen der Österreicher gewinnen. „Viola“ und Co. erleben in den letzten Jahren jedoch auch in den heimischen Küchen einen regelrechten Boom.

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Ob geschmort im „Ratatouille“, als „Moussaka“ gratiniert oder zu „Baba Ganoush“ püriert wird die Melanzani, alias Aubergine, im Mittelmeerraum auf verschiedenste Art und Weise zubereitet. Und auch hierzulande erfreut sich die sog. Eierfrucht immer größerer Beliebtheit – ganz besonders am Grillrost. So hat sich z.B. allein von 2010 auf 2011 der Konsum der Melanzani aus Händen der LGV-Gärtner mehr als verdoppelt. Mit 200 Tonnen verkauften Auberginen war 2011 also ein wahres Rekordjahr für die LGV, das allerdings 2012 mit rund 207 Tonnen noch getoppt werden konnte. Für die heurige Saison erwartet man sich erneut Steigerungen, denn der Hunger auf das vielseitige mediterrane Gemüse ist noch lange nicht gestillt.

Heimvorteil. Um die große Nachfrage decken zu können, mussten in den letzten beiden Jahren die Melanzani-Anbaufl ächen der LGV-Gärtnereien stark vergrößert werden. Während die Pfl anzen 2012 z.B. noch auf 7.300 m² angebaut wurden, sind es heuer bereits 21.300 m². Spezialisiert auf die Nachtschattengewächse, pfl anzt Andrea Steinhart seit rund vier Jahren Melanzani auf mittlerweile 8.000 m² in Wien-Simmering an. Und zwar ausschließlich im geschützten Anbau, denn die Pfl anze bevorzugt konstante Temperaturen von rund 20 Grad. Aufgrund des großen Erfolgs hat auch Steinharts Mann seinen Betrieb inzwischen auf das begehrte, zarte Gemüse umgestellt. Dabei widmen sich die Gärtner aber nicht nur liebevoll den dunkelvioletten Klassikern, sondern ziehen auch außergewöhnlichere Sorten wie z.B. grüne, violett-weiß gestreifte sowie runde und weiße Varianten. Beim Anbau sowie bei der Ernte und dem Transport ist übrigens Fingerspitzengefühl gefragt, denn jedes noch so kleine Anstoßen hinterlässt braune, unerwünschte Flecken im Fruchtfl eisch. Umso größer ist hier der Vorteil regionaler Produkte, die binnen weniger Stunden nach der Ernte in den Regalen des heimischen Lebensmittelhandels landen. Dadurch kann das Gemüse zudem im vollreifen Zustand von Mai bis Oktober geerntet werden, was sich natürlich auch geschmacklich sehr positiv bemerkbar macht.

Vitamingehalt. Die Melanzani besteht zu fast 93% aus Wasser und ist mit nur 17 kcal pro 100 g äußerst kalorienarm. Zudem liefert sie eine ganze Reihe an wichtigen Nähr- und Vitalstoffen: So ist sie z.B. reich an stoffwechselaktivierenden B-Vitaminen, Eisen und Kupfer. Dank der enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe kann auch freien Radikalen mit dem Verzehr der Kampf angesagt werden. Eine verdauungsfördernde Wirkung sowie die positive Beeinflussung eines erhöhten Cholesterin-Spiegels werden hingegen den Bitterstoffen der Melanzani nachgesagt. Und auch Beta-Carotin, Vitamin C sowie Calcium, Magnesium und überdurchschnittlich viel Kalium fi nden sich in dem mediterranen Gemüse.

Lagerungs-Tipps von LGV-Melanzanigärtnerin Andrea Steinhart:
„Melanzani lassen sich am besten bei 10 bis 13 °C lagern. Im Kühlschrank beträgt die Haltbarkeitsdauer ungefähr eine Woche. Dass das Gemüse überlagert wurde, merkt man an bräunlich verfärbten Samen und Fruchtfl eisch. Darüber hinaus sind Melanzani äußerst Äthylen-empfi ndlich und dürfen keinesfalls gemeinsam mit nachreifendem Obst und Gemüse wie z.B. Tomaten oder Äpfeln gelagert werden.“ Als schmackhafte Urlaubs- Bekanntschaften konnten Melanzani schon längst die Herzen der Österreicher gewinnen. „Viola“ und Co. erleben in den letzten Jahren jedoch auch in den heimischen Küchen einen regelrechten Boom.

Zubereitung. Da der Großteil der wertvollen Vitalstoffe in der Schale angesiedelt ist, sollte die Melanzani nur gewaschen und nicht geschält werden. Zur Gattung der Nachtschattengewächse zählend, enthält sie roh viele Bitterstoffe, weshalb sie nur in gekochter, gegrillter, gedünsteter oder gebratener Form verzehrt werden sollte. Einem alten Küchentrick zufolge können die Bitterstoffe reduziert werden, indem man die Melanzani-Scheiben salzt, ca. 30 min. ziehen lässt und anschließend abwäscht. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass das Fruchtfleisch beim Braten nicht so viel Fett aufsaugt. Allerdings enthalten die modernen Züchtungen ohnehin weniger Bitterstoffe, was das Einsalzen weitgehend überflüssig macht.
Für die Zubereitung am Grill eignen sich nicht nur Scheiben, sondern es kann auch die ganze Frucht mit Schale verwendet werden. Damit sie ihr volles Aroma am Rost perfekt entfalten kann, empfiehlt es sich, die Melanzani (-Scheiben) zuvor einige Stunden in einer Marinade einzulegen.
Als pikante Variante legen wir Ihnen dabei einen Mix aus 3 EL Sojasoße, 1 EL Honig, 1 EL Paradeisermark, 1 EL mittelscharfem Senf, 1 EL edelsüßem Paprikapulver, 1 EL geriebenem Ingwer und 2 gepressten Knoblauchzehen ans Herz.

Portionen 4

Anleitungen

  1. Die Melanzani der Länge nach halbieren, aushöhlen und bis zur weiteren Verwendung in kaltes Wasser legen, damit sich das Fruchtfleisch nicht verfärbt.
  2. Inzwischen die Zwiebel fein hacken und die Zucchini, die Paprika sowie das Melanzani-Fruchtfleisch würfeln.
  3. Die Zwiebel mit dem gepressten Knoblauch in einer Pfanne mit Olivenöl anschwitzen und das Faschierte hinzufügen.
  4. Anschließend die Paprika-Würfel und danach die Zucchini beimengen.
  5. In einer zweiten Pfanne das Fruchtfleisch der Melanzani anrösten und zur übrigen Masse geben.
  6. Das Ganze mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und Oregano abschmecken und anschließend in die Melanzani-Hälften füllen.
  7. Zum Schluss mit einer groben Reibe Parmesan über das gefüllte Gemüse hobeln.
  8. Bei 160 bis 180 °C auf eingeölten Alu-Tassen indirekt grillen, bis die Melanzani- Hälften weich sind.