Schicker Schickling

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Ganz aus Edelstahl, ganz schön groß und ganz schön günstig. Um € 425,- bekommt man bei Schickling viel Grillfläche, alle Bleche dieses Gerätes made in Germany sind aus Edelstahl (Krupp) und überaus solide. Lediglich die U-förmige Windschutzblende ist etwas dünn und scharfkantig, was vielleicht ihrer Flexibilität geschuldet sein dürfte. Mit 44×71 cm ist die Grillfläche groß genug, um auch mehrere Temperaturzonen einrichten bzw. effizient indirekt grillen zu können, die Windschutzblende macht den Grill auch offen gut nutzbar. Der Deckel schließlich (um € 199,50) ist zwar Sonderzubehör, jedoch unbedingt notwendig, will man indirekt oder am Spieß grillen.
Die 6 mm starken edelstählernen Rundstäbe des Rostes sind zur Reinigung oder zum Austausch einzeln entnehmbar, wenn man die beiden Flügelmuttern samt Leiste entfernt, die an der Vorderkante des Gerätes zu sehen sind. Und die Windschutzblende muss auch runter, sonst klappts nicht mit dem Ausfädeln.
Mit im Lieferumfang ist auch ein Seitentisch, der theoretisch in die gleichen Schlitze eingehängt wird wie der Windschutz und die seitlichen Halterungen für den Grillspieß, den wir uns auch noch für den Test gewunschen hatten. Aber zugleich passt das leider nicht hinein und so entschieden wir uns für den Spieß und gegen den Seitentisch.
Die Holzkohle kommt in eine große gelochte Kohlewanne, deren Höhe sehr einfach auf fünf Positionen eingestellt werden kann. Das macht man aufgrund des Formates allerdings besser zu zweit, wenn die Kohle einmal heiß ist. Angezündet wird diese am besten extern in einem Kamin – muss dann aber durch die große Frontklappe glutheiß hineingeleert bzw. -gelegt werden. Dafür gibt es jedoch ein eigenes Kamin- Modell von Schickling, das im Gegensatz zu konventionellen Anzündkaminen durch die Öffnung passt. Und Vorsicht: Der Klappendeckel wird höllisch schnell höllisch heiß.
Eine große Aschelade unterhalb der Kohle sammelt windgeschützt alles, was dann durch die gelochte Wanne herunterfällt, und kann nach dem Grillen einfach nach vorne entnommen werden. Reste in der Kohlewanne müssen jedoch wieder durch die Klappe entnommen werden.

Wir haben als Brennstoff Webers neue Briketts verwendet und einen Kamin voll davon gut vorgeglüht. So kamen wir sehr schnell auf 260°C am Deckelthermometer und legten uns zwei Zonen an – eine über der Glut und eine abseits. Unsere Testkandidaten Chicken Wings haben wir nur kurz und direkt bei Wannenhöhe 2 angebraten, dann indirekt fertig gegrillt, mit dem Test-Ribeye hingegen die höchste Einstellung der Kohlewanne ausprobiert. Aber das erfordert viel Aufmerksamkeit, und zwar bei offenem Deckel, denn die Kraft der Glut ist bei dieser Einstellung wirklich enorm.
Für das Huhn am Spieß kam dann nicht nur der Motor dran, sondern auch ein eigener Kohlekorb in den Griller, der mit seiner seitlichen Platzierung natürlich optimal positioniert ist, um Fettbrand zu vermeiden. Dafür muss der obere Ablagerost raus und besser auch der Grillrost selbst, damit der Braten Platz hat – bis auf die Stäbe, die als Halterung des Kohlekorbs dienen. Durch das Verschieben dieses Korbes kann man den Abstand zum Grillgut reduzieren, daher ist es anzuraten, gleich nicht allzu viel Kohle zu verwenden – für unsere Stelze reichte ein halber Anzündkamin Briketts vollkommen, die über zweieinhalb Stunden perfekt die Temperatur hielten.

Fazit: Ein hochwertiger Holzkohlegrill für Puristen mit Ansprüchen, an dem uns besonders die Höhenverstellung, der Kohlekorb und die großzügigen Platzverhältnisse getaugt haben. Erhältlich bei grillheaven.at