Under Pressure

Huhn unterm Salzstein

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Wir haben uns ja irgendwann so einen Salzstein zugelegt, auf dem wir dann am Grill vorzügliche Garnelen, Lachs und andere Schnellgarer zubereitet haben. Das mit den Steaks war dann etwas weniger prickelnd, und auch das Gemüse kann man am Salzstein eher vergessen. Und so liegt der quarzfarbene Block meist als Briefbeschwerer herum, bis er irgendwann wieder einmal ein Schalentier aufgeladen bekommt. Zum Pausieren ist er allerdings eigentlich viel zu schade, denn sein ordentliches Eigengewicht von mehr als fünf Kilogramm prädestiniert ihn für einen ganz anderen Job – nämlich als würzige Pollo-arrosto-Presse.

Ganz so wie der gelernte Italiener sein Huhn vom Grill am liebsten mag, also flachgedrückt und gleichmäßig angeknuspert, wird es nämlich nicht ohne Gewicht. Und auch aufgeschnitten werden muss das Federvieh an der richtigen Stelle, nämlich am Brustbein. Um dann einige Stunden (oder besser noch eine ganze Nacht im Kühlschrank) in einer Marinade zu verbringen. In unserem Fall aus Limettensaft, gezupften Lorbeerblättern, frischem, gehacktem Rosmarin, fein geschnittenen Chilischoten und etwas Salz – aber nicht zu viel, denn auch der Salzstein wird hier noch einiges beisteuern. Wer hier die bestmögliche Effizienz der Marinade anstrebt, füllt sie zum Huhn in einen Gefriersack und presst dann die Luft aus dem Beutel. Und wer eine Vakuummaschine hat, kann diesen Vorgang noch intensivieren.

Bevor das Hendl auf den Rost kommt, sollte es gut abgetupft und eine Zeit lang bei Zimmertemperatur „chambriert“ werden. Dann kommt es mit der Hautseite nach oben auf den gut eingeölten Rost und wird erst direkt und dann indirekt (also nicht über der Glut bzw. dem Brenner) auf beiden Seiten unter öfterem Wenden knusprig gegrillt. Immer beschwert selbstverständlich, denn so wird es richtig „arrosto“.